Christian Rosenkreutz und Fès in Marokko

Ein Textausschnitt aus dem neuen Buch Christian Rosenkreutz und die islamische Welt 

von Jostein Sæther - erschienen im Verlag tredition, Hamburg, am 12. Februar 2015



Nach dem kurzen Aufenthalt in Ägypten, der allenfalls ein paar Monate oder ein halbes Jahr dauerte, reist Christian Rosenkreutz auf dem Seeweg über das Mittelmeer nach Marokko. Es war damals höchstwahrscheinlich mit großen Gefahren verbunden, auf Schiffen im Mittelmeer unterwegs zu sein – und das nicht nur wegen der Wechselhaftigkeit des Wetters. Tatsächlich wurden in jener Zeit Schiffe von Booten gekapert, die entweder im Dienst der Republik Venedig standen, dem Souveränen Malteserorden angehörten oder von christlichen Fürsten verschiedener Länder beauftragt waren. Andererseits beteiligten sich aber auch muslimische Herrscher aus Nordafrika an den organisierten Angriffen auf See. Neben dem Raub der Handelswaren spielte auch das Erbeuten von Sklaven und die Erpressung von Steuern und Lösegeld eine große Rolle bei dieser Piraterie im Mittelmeer. (1)

Die Almohaden-Dynastie (1147 – 1269), eine muslimische Berberdynastie von Kalifen, hatte Marokko zum Herzen ihres Reiches gemacht, das sich von Sizilien im Osten einschließlich der Atlas-Gebirge und Teile von Süd-Spanien im Westen erstreckte. (2) Eine andere Berber-Dynastie, die Meriniden, mit dem Ursprung in Marokko, übernahm dort die Herrschaft nach den Almohaden im Jahre 1244. Ihre Macht dauerte rund 150 Jahre. Sie machten Fès zur Hauptstadt und zu einem kulturellen Zentrum und herrschten im 14. und 15. Jahrhundert über große Teile des westlichen Nordafrika. Die Meriniden unterstützten in diesen Jahrhunderten auch das muslimische Emirat von Granada auf der Iberischen Halbinsel. Sie besetzten Algerien im Jahre 1337 und Tunesien 1347.

Die Meriniden waren ursprünglich Reiternomaden aus den östlichen Sahara-Randgebieten und blieben für rund 150 Jahre an der Macht. Während dieser Zeit ließen sie in den marokkanischen Städten – vorrangig in Fès – prächtige Bauwerke errichten. Ihre höchste Blüte erreichte die Dynastie unter Abu el-Hassan, der sich nach einer verheerenden Niederlage am Rio Salado im Jahre 1340 aus Spanien zurückzog, sowie unter dessen Sohn Abu Inan Faris. Dieser war zuvor als Statthalter in Tlemcen im westlichen Algerien  tätig gewesen. Als er 1350 von der Niederlage der Meriniden gegen die Beduinen bei Qairawān in Tunesien erfuhr, ließ er sich zum neuen Herrscher ausrufen, denn er nahm an, dass sein Vater gefallen wäre. Diesem gelang jedoch die Flucht, sodass es zwischen Vater und Sohn zum Kampf um die Herrschaft kam, bei dem sich Abu Inan Faris durchsetzen konnte. Dieser galt als Förderer von Kunst und Wissenschaft und versammelte Dichter und Gelehrte an seinem Hof und machte Fès somit zu einem Zentrum für Kunst und Wissenschaft. Auch ließ er die Madrasa Bu Inaniyya in Fès bauen, die das Wahrzeichen der Stadt ist. Wie sein Vater versuchte Abu Inan Faris den Maghreb (Algerien, Tunesien und Marokko) unter der Herrschaft der Meriniden zu vereinigen. So wurde 1352 Tlemcen zurückerobert. 1358 gelang ihm der Einzug in Tunis, doch musste er nach Marokko flüchten, als seine Truppen ihn nicht mehr unterstützen wollten. Zurück in Marokko wurde Abu Inan Faris im selben Jahr durch eine Verschwörung der hohen Würdenträger am Hof gestürzt und erdrosselt. An den danach ausbrechenden Machtkämpfen soll auch Ibn Chaldun beteiligt gewesen sein, der daraufhin das Land verlassen musste.

In den folgenden Jahrzehnten lösten sich 24 Herrscher ab. Die Herrscher unterstützten in diesem Jahrhundert auch das muslimische Emirat von Granada auf der Iberischen Halbinsel. Als Christian Rosenkreutz in Nordafrika ankommt, also um 1396, übernimmt gerade Abu Amir Abdallah als Meriniden-Herrscher den Thron. Da er nach nur etwa einem Jahr Regierungszeit stirbt, übernimmt sein Bruder Abu Said Uthman III. die Macht und regiert bis zu seinem Tod im Jahre 1420. Von den zunehmend anarchischen Bedingungen im Reich der Meriniden profitierte König Heinrich III. von Kastilien (3), als er 1399 oder 1400 mit seiner Seestreitmacht die Piraten-Hochburg Tétouan östlich von Tanger angriff, um die Hälfte der Bevölkerung in einem Massaker töten und den Rest in die Sklaverei herabsetzen zu lassen. Während der Herrschaft von Heinrich III. besiegten die kastilischen Seestreitkräfte auch die Flotte Englands. In seinem Auftrag begann im Jahr 1402 das Unternehmen, die Kanarischen Inseln zu kolonisieren. 1415 fiel zudem Ceuta an der Straße von Gibraltar als erste afrikanische Besetzung in die Hände der Portugiesen.

So ist es während dieser unruhigen Zeit in der Geschichte Marokkos, als Christian Rosenkreutz die Hauptstadt Fès besucht und bis 1398 oder spätestens 1399 bleibt. Die arabischen Weisen in Damcar haben ihm wohl in Aussicht gestellt, dass er in Fès weitere Unterweisungen zu seiner Ausbildung bekommen werde. Die Einwohner der Stadt Fès und ihre vielen Besucher werden sowohl von der afrikanischen wie arabischen Kultur inspiriert. Hier begegnen sich verschiedene Völker wie Berber und Araber, um sich «vertrauensvoll ihre Entdeckungen gegenseitig zu eröffnen» – wie es in der Fama Fraternitatis heißt. C. R. lernt in Fès die «elementarischen Inwohner» kennen, «die ihme viel des ihrigen eröffneten», wie es in der Fama weiter heißt. Das Kennenlernen eines Großteils ihrer Fähigkeiten und vor allem der vielen Geheimnisse der Natur, wird für ihn sehr wertvoll. In Fès bleibt Christian zwei Jahre, während er sich in Damcar drei Jahre aufgehalten hat. Die Fama Fraternitatis berichtet seltsam kurz über seine arabischen Erlebnisse, während diejenigen in Marokko eine beträchtliche Beachtung erfahren:   

«Von den Fessanern sagte er oft, dass ihre Geisteswissenschaft nicht ganz rein, dass ihr Geheimwissen von ihren religiösen Dogmen verdunkelt sei. Aber er wusste sie sich zielstrebig zunutze zu machen und fand seinen Christenglauben dadurch nur um so fester begründet. Er sah dessen Aussagen mit allen Weltgesetzen zusammenstimmen, fand auch die geschichtlichen Zeitenkreise davon geprägt und kam zu dem Ergebnis, dass so, wie in jedem Samenkorn ein voller ganzer Baum mit seinem Früchten als Kraft enthalten ist, so auch das volle ganze Universum im Kleinen im Menschen waltet. Dessen Religion und soziales Leben, seine Gesundheit und Leibesgliederung, sein Werden und Ausdruck, seine Sprache und seine Taten bewegen sich im gleichen Rhythmus und Klangbild wie der Gottesgeist in Himmel und Erde. Er fand, was aus diesem Zusammenhang herausfällt, das geschehe durch Irrtum und Verfälschung und sei vom Teufel. Dieser allein sei der ursprüngliche Bringer und die letzte Ursache aller Unstimmigkeit, Verblendung und aller fanatischen Dummheit im Weltenlauf, die bewirken, dass man bei der Prüfung der Erdenmenschen die Erfahrung machen müsste, wie jeder für sich völlig identisch vorkommt mit den Guten und Verlässlichen, und nur die Anderen mit tausend irrigen Meinungen behaftet sieht.» (4)     

Es soll eine Äußerung – die ich nicht verifizieren konnte – von Rudolf Steiner geben, die von seinem engen Vertrauten Friedrich Rittelmeyer (5) weitergeleitet worden sei, dass Christian Rosenkreutz in Marokko der damals inkarnierten Individualität des Mani (6) begegnet sei. Da beide Individualitäten regelmäßig innerhalb eines jeden Jahrhunderts inkarniert sein sollen, ist dies eine glaubhafte Hypothese. Steiner hat jedenfalls geäußert, dass Mani der Urheber der Einweihung ist, die Christian Rosenkreutz 1459 als 83-Jähriger erfährt. (7) Während der junge Natur- und Geistesforscher sich noch in Fès aufhält, geschehen in Europa unterschiedliche Ereignisse, die ihn später entweder gar nicht oder womöglich doch auf irgendeine Weise berühren werden. Am 17. Juni 1397 gründet sich – für ihn weit weg – in Nordeuropa die sogenannte «Kalmarer Union» zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden. In demselben Jahr werden erstmals Barbiere in einem Amtsbrief in Köln erwähnt. Außerdem werden im Laufe dieses Jahres im Zuge der Inquisition unter dem Inquisitor Petrus Zwicker († 1403) in Steyr, Österreich, zwischen 80 und 100 Waldenser hingerichtet.  


(Dieser Text entsprechen die Seiten 76-80 im Buch, das selbst 140 Seiten, 30 schwarz-weißen und 10 farbigen Abbildungen hat)

1. Seit dem 16. Jahrhundert wurden die muslimischen Korsaren eine Bedrohung für den maritimen Handel an den Mittelmeerküsten und in Teilen des Atlantiks bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts.
3. Heinrich III. von Kastilien, genannt El Doliente, der Kränkliche; 1379 – 1406.
4. Zitiert nach: Peter Selg: Rudolf Steiner und Christian Rosenkreutz. Mit einer Übertragung der «Fama Fraternitatis» durch Johannes Wilhelm Gädeke. Verlag des Ita Wegman Instituts, Arlesheim 2010. Seite 132f. In der Originalfassung der Fama lautet der gleiche Abschnitt wie folgt:
«Von diesen Fessanern bekendt er offt, daß ihr Magia nicht aller rein, auch die Cabala mit ihrer Religion befleckt were, nichstoweniger wuste er sie ihme treflich nutz zu machen und befand noch bessern grund seines Glaubens, als welcher just mit der gantzen Welt Harmonia concordiert, auch allen periodis seculorum Wunderbarlichen imprimirt were und hierauß schlossen sich die schöne Vereynigung, daß gleich wie in jedem Kernen ist ein guter gantzer Baum oder Frucht, also die gantze grosse Welt in einem kleinen Menschen were, dessen Religion, Policey, Gesundheit, Glieder, Natur, Spraache, Worte und Wercke, aller in gleichem tono und klelodey mit Gott, Himmel und Erden ginge, was darwieder das were irrund, Verfälschung und vom Teuffel, welcher allein das erste mittel und die letzte Ursach der Weltlichen Dissonantz, Blindheit und Dumbensucht: Also möchte freylich einer alle und jede Menschen des Erdbodens examiniren, würde er befinden, daß das Gute und Gewisse immerdar mit ihme selbst eins, daß ander mit Tausenderley irriger meinung befleckt ist.»
5. Friedrich Rittelmeyer (1872 - 1938) war ein evangelischer Pfarrer, Theologe, Autor, Anthroposoph und Mitbegründer sowie «Erzoberlenker» der Christengemeinschaft.
6. Mani (persisch: ‏مانی; Mānī [mɔːˈniː]; ostaramäisch: Mānī ayyā; «der lebendige Mani»; altgriechisch: Manichaíos; lateinisch: Manes oder Manichaeus; 216 – 276/277) stiftete der historische Manichäismus. Laut Steiner wäre er später als der legendarische Parzival inkarniert.
7. Vgl. Rudolf Steiner – Marie Steiner-von Sivers: Briefwechsel und Dokumente 1901-1925. Dornach 1967. GA 262. Seite 15.

Kommentare

  1. Will hiemit etwas gesagt werden?, oder ist es Reklam fuer das Buch?

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    1. Warum auch nicht? Wenn es Deinen apokalyptischen Bedürfnissen und Ansprüchen nicht genügt, ist das natürlich bedauerlich.

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  2. Damit will nichts anderes gesagt werden, als was ich in dem aufgelegten Text gesagt wird. Oder wird darin nichts gesagt? Ob der Beitrag als bloßer Annonce betrachtet werden kann, muss zunächst jedem Leser überlassen werden. Der doppelte Links-Hinweis zum Präsentationsseite des Verlags, auf der auch die Preise der verschiedenen Ausgabeformate zu finden sind, könnte den Verdacht aufkommen lassen, dass mir nur um Reklame ging. Nichtsdestotrotz könnte der Auszug aus dem Buch auch als Aufforderung oder Invitation an Leser sein, sodass Fragen gestellt, einen Kommentar, eine Rezension oder eine Kritik geschrieben werden – gerne auch in anthroposophischen Zeitschriften. Wer im Egoisten-Verband dies gerne machen möchte, schicke ich sofort ein Gratisexemplar zu. Mir war die früheren Buchbesprechungen von Michael und manche Kritikpunkte, die im Egoisten-Zusammenhang über die Jahre geschrieben wurde sehr willkommen und hilfreich für mein weiteres Schrifttum. Um zu bewirken, dass viele Bücher verkauft werden konnte, halfen sie jedenfalls nicht oder kaum. Von meinem vorvorletzten Buch „Ganz Auge und Ohr“ (2011) ist bis jetzt sowieso nur 75 Exemplare verkauft worden. So bin ich wahrscheinlich einer am wenigsten gelesenen Autoren in der anthroposophischen Szene, aber mittlerweile wohl auch einer der meistumstrittenen und meistdiskutierten Anthroposophen.

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    1. Vielen Dank für das Angebot, Jostein, aber in nächster Zeit nicht. Ich fälle Bäume, mache einen Umbau und lasse mich ansonsten treiben.

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    2. Das kleingeschriebene „ich“ im ersten Satz ist grammatikalisch überflüssig, aber der Tippfehler will sicherlich zeigen, dass die Frage des großgeschriebenen „Ich“ die erste zu stellen wäre, wenn es um Christian Rosenkreutz geht.

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  3. „Ich fälle Bäume, mache einen Umbau und lasse mich ansonsten treiben.“ Da ist sehr viel in diesem Satz. Er klingt fast japanisch-chinesisch. – Das sind übrigens sehr schöne Tätigkeiten. Zwischen 1979-98 habe ich viel Waldarbeit gemacht und hunderte von Bäumen gefällt entweder für Brennholz oder für Hausbau. Ich war mit der Motorsäge, dem Fallkerb und dem Traktor sehr geschickt und habe nie einen Unfall gemacht. Sag, wenn du Hilfe brauchst und sei bitte vorsichtig! Das Sich-treiben-Lassen können wir tatsächlich von den Bäumen lernen. In einer der Flensburger Naturwesen-Büchern sagt ein Wesen, das der Mensch eigentlich auch ein Holzwesen ist. Diese Idee ist dann auch sehr kompatibel mit dem Rosenkreuzertum, worin heutzutage die Rosenkreuz-Meditation an erster Stelle steht. Ohne Holz-Bewusstsein kommt man da nicht weiter.

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    1. Der Mensch ist also auch ein Holzwesen...

      Ach so? - AhHa!!!

      Ich glaube, dabei handelt es sich eher um einen Wunschtraum MANCHER Anthros:
      Dass dieser fürchterlich tierisch-intellektuelle Kopf des Menschen doch bitteschön endlich so richtig ordentlich verholzen möge - zum Holzkopf werde.
      //
      Ohne die Fähigkeit, sich in das Holz-Bewusstsein (hölzernes Bewusstsein) mancher (Holzkopf-)Denker hineinzuversetzen, kommt man an vielen Stellen tatsächlich nicht weiter (und das ist schon für sich beweisend).
      Kein Wunder, dass fieberhaft nach intelligentem Leben außerhalb der Erde gesucht wird...
      //
      Das Verholzende ist durchgehend als Qualität des alten Mondes beschrieben und was heute verholzend ist, lebt zurückgebliebene Zustände des 'Alten Mondes' aus...

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    2. Jostein hat es nicht wörtlich gemeint, Stephan. Aber wenn es Dir Genugtuung bereitet, mir einen Holzkopf zuzuschreiben, möchte ich natürlich nicht widersprechen.

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    3. Nein lieber Michael,
      ich schreibe niemandem einen Holzkopf (oder sonst was) zu; und wo ich Dir (Michael) etwas (einen Holzkopf) zugeschrieben haben soll, kann ich wirklich absolut nicht nachvollziehen!
      //
      Aber wenn ein anthroposophischer (wenn auch nur worstseller) Autor die absolute Aussage postuliert, dass man im Verständnis des Rosenkreuzertums ohne Holz-Bewusstsein nicht weiterkomme, dann hat das für mich nur und ausschließlich zwei Bezüge zu Holz: Erstens eine unausweichliche Holzkopf-Assoziation (respektive Imagination) und zweitens, dass es mich auf die Palme bringt.
      //
      Christian Rosenkreuz ist in dem ganz entscheidenden Augenblick physisch nämlich ganz durchsichtig, kristallklar, hell und durchsichtig und NICHT holzartig oder hölzern DUMPF geworden...

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    4. Hätte da gestanden...

      'mir hat eine vertiefung in das Holz-Bewusstsein den Zugang zum Rosenkreuzerverständnis erleichtert/ermöglicht'

      ...dann hätte ich überhaupt nichts gesagt.

      Aber die Absolutheit der Aussage ' ohne Holz-Bewusstsein kommt man da nicht weiter' hat eben den gleichen Duktus wie:

      'Ohne blutige Löcher in den Händen und mit alkoholhaltiger Zahnpasta kommt niemand in den Himmel...'

      [aber vielleicht war' s ja nur ironisch gemeint...]

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    5. StephanB, vielleicht mangelt es dir auch an apokalyptischen Bedürfnissen ;)

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    6. Nein, ganz und gar nicht!
      Aber ich halte nichts von einer apokalyptischen Offenbarung, die nur einen hölzernen alten Mondenzustand wiedergebiert; das kristallklare Bewußtsein das den Graben zwischen Herz und Kopf zu überwinden vermag halte ich für das hier erstebenswerte...

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  4. vielleicht das das holzerne Bild das Menscheitsrepresentant genannt wird als Haupt Vorbild genommen war :) JvH knuepfte daran hohe neue Offenbarungen.

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    1. Die Anspielung auf die Waldarbeit mit dem Hinweis auf die Elementarwesen hatte ein gewisser Kern der Wahrheit, ohne dass ich in dem Zusammenhang es für nötig hielt, die Sache weiter auszuarbeiten, da ich den Eindruck hatte, dass Michael sich damit auskannte. Das Wort „Holz-Bewusstsein“ benutzte ich keinesfalls ironisch, aber schon in humoristischer, heiterer Richtung als etwas Unausgesprochenes in Richtung freies, lebendiges, ätherisches, gehirnfreies Denken usw.
      Wenn dieser kurz gefasste Dialog mit Michael nun jemand auf die Palme geht, erstaune ich nur. Vielleicht schreibe ich demnächst ein Beitrag über die Birke, über das Birkenholz und wie man aus dem meditativen Umgang mit diesem Venusholz zu ganz besonderen Erkenntnisimaginationen kommen könnte. (Der letzte Satz war nun ironisch gemeint, um nur klarzumachen, wie ich schreiben würde, wenn ich an jemand einen trockenen und toten Birkenast absäge.)

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    2. Lieber Jostein, ich habe Deinen feinen Humor schon verstanden. Auch, dass Du noch eine andere Note mitschwingen lässt; auch Beuys sagte ja, dass er mit seinem Knie zu denken pflegt.

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    3. In diesem Zusammenhang möchte ich unbedingt darauf hinweisen, dass nur das Birkenholz-Bewußtsein (und keinesfalls das gewöhnliche Holz-Bewußtsein) den Zugang zum Rosenkreuzermysterium (wie Steiner es gemeint hat) erschließen kann..
      Sollten die erkenntinisimaginativen Venusholzabhandlungen zum Bestseller werden, so werde ich selbstverständlich entsprechende Rechte geltend machen...

      [der holzige Humor der Birke ist eben noch knorriger als jener der Eiche]

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    4. Nu, ich habe es doch öfter mit dem Verhältnis von Stützgerüst und Borke, die einmal lebendiges Kambium waren, und nun das Kambium ("dort, wo es, das Lebendige, das schöpferische, wirklich ist") schützen. Verholzung ist nur im krankhaften Baum-Geschehn eine Einschnürung und Corsage, ein Abwürgen durch das, was letztlich zu tragen, Wasser zu leiten, und als Borke zu bergen hat. Mir ist oft so... als suchte ich im Leben oft den Ort .. "wo es wirklich ist, wo es lebt und pulst" ... denn das Erstorbene, so stabil und perfekt es auch sichert und stützt und Halt gibt... ist eben nicht das Kambium..
      Steiner hat den Baum, gerade winters, als Sinneszelle benannt, denn so sehn auch Nervenzellen zuweilen aus, ... eine umgestülpte und ausgestülpte Kugel... die sich dann in Verzweigungen weiter differenziert.. Bäume seien ausgestülpte Erde... eine Metamorphose der jeweiligen Anwesenheit der Erdwirkungen eines Ortes..
      m.butty

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