Maria Magdalena und die vier Elemente

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Bleiben wir noch etwas bei dem Buch von Gordon Napier, und verfolgen wir die religiösen Archetypen, die in  dieser Maria Gestalt annahmen. Der Grund dafür, dass ihre Strahlkraft im westlichen Mittelalter abnahm und sie durch die andere Mariengestalt abgelöst wurde, lag sicher darin, dass Maria Magdalena stets als Symbol für selbständige geistige Erkenntnis stand: "The cult of Mary Magdalene in Western Christendom became a prominent aspect of religion. It was somewhat overshadowed, however, by devotion to the Blessed Virgin Mary." (Napier, Mary Magdalene: Biography of a Legend) Der traditionell zurück haltend blau gekleideten Jungfrau stand die häufig in einem feuerroten, manchmal auch erdig- grünen Umhang gehüllte Magdalena gegenüber: "Mary Magdalene would come to be represented with her trademark long hair and vessel of anointing. She would also be identified, invariably, by red clothing, the colour of blood and passion, and also of sin according to Old Testament analogy.." (GN)

In den gnostischen Schriften steht sie in völliger Selbständigkeit vor den anderen Jüngern, eigentlich eine Führergestalt, die ebenso wie ihr Bruder Lazarus eine Art Erweckung durch Christus selbst erfahren hatte. In diesen Schriften ist häufig von ihrem Lehren den Jüngern gegenüber die Rede, aber auch von deren Eifersüchteleien. Schließlich repräsentierte sie - mit wallendem Haar dargestellt- spezifisch und explizit eine ausgeprägte Weiblichkeit. Diese Persönlichkeit hatte im römisch geprägten Christentum keinen rechten Platz.

Das Wasserelement kommt in Bezug auf Magdalena in dem Augenblick ins Spiel, wenn in vielen Legenden (u.a. Legenda Aurea) geschildert wird, dass sie zusammen mit ihren Geschwistern nach der Kreuzigung in einem ruderlosen Boot ausgesetzt worden sei- ein Bild, das an die Geschichte des Moses erinnert. Führerlos - unabsichtlich- sei sie mit ihren Geschwistern quer über das Mittelmeer bis nach Südfrankreich gelangt- auf demselben Weg wie Joseph von Arimathia mit dem Gral: "Persecutors set Mary adrift in a rudderless boat, along with her siblings, Martha and Lazarus, and with St Maximin (one of the seventy-two disciples) and others. Their enemies hoped that they would perish, but instead they were delivered by the ‘purveyance of Almighty God’ to Marseilles." (GN)

In der Provence sollen die Geschwister unterschiedliche Wege gegangen sein. Maria Magdalena zog sich in eine Höhle zurück (das Erdelement), um sich ganz der Meditation hinzugeben: "Lazarus was installed as Bishop of Marseilles, while Maximin moved on and became Bishop of Aix. Mary ‘desirous of sovereign contemplation’, meanwhile, retired to a cave in a hostile wilderness without trees or streams. There, she was sustained miraculously, being carried by angels to heaven seven times daily, at the canonical hours, ‘to hear the glorious song of the heavenly company with her bodily ears’." (GN)

So sollen sich die Feuer- und Wasserproben in Magdalenas Leben erfüllt haben. "The legendary Mary Magdalene was associated with fire for various reasons. She was also associated with the element of earth for her cave dwelling phase, and with air for her elevation to heaven, yet perhaps her most enduring association is with water, from tears to lakes and seas. (...). Mary’s Provencal legend repeatedly connected her to the seafaring." (GN)

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