Unbekannte Kulturen, herausragende Kunst in Alteuropa

Erst in den letzten Jahren sind Kulturen entdeckt und erforscht worden, die vor den monumentalen, klassischen Zivilisationen ihre Blütezeit hatten. Ein Beispiel dafür ist die erst in den letzten zehn Jahren bekannt gewordene "Alteuropa"- Kultur im Donau- Raum, mit hervorragenden Kunsterzeugnissen, ausgeprägter Metallurgie, Städtebildung und Entwicklungen von Pflanzen- und Tierveredlung.

Einerseits entdeckt man in den Zeiträumen zwischen 6000 und 3000 bC herausragende Kunsterzeugnisse, die vielfach an noch wesentlich ältere (oft in Höhlen hinterbliebene) künstlerische Traditionen anknüpfen, andererseits ist die Parallelität der Ausdrucksformen in weit entfernten Kulturkreisen verblüffend. Ich habe einige dieser Beispiele scheinbar "abstrakter" Kunst bis in die Zeiträume um 50000 bC auf einer Internetseite zusammen gestellt, welche bei Bedarf und je nach Gunst der Stunde erweitert werden wird.

Eine der interessantesten alten, vergessenen Kulturen ist die der Alteuropäer, deren Ursprung auf einer Einwanderung aus dem heutigen türkischen Anatolien erfolgte; zu einer Zeit, in der das Schwarze Meer, das durch einen katastrophalen Einbruch des Mittelmeers nach Erdbeben entstand, noch nicht existierte. Diese Einwanderung erfolgte um 6500 vor Christus - fast ausschließlich durch Männer - zunächst in den heute griechischen Raum: "Die Besiedlung Thessaliens durch sesshafte Ackerbauern markiert den Beginn einer Ära, die man als Inkubationszeit der Donauzivilisation bezeichnen kann. Hier manifestieren sich die Kontakte zwischen mesolithischen Jägern und Sammlern und neolithischen Ackerbauern in Familienbindungen und Kohabitaten. Als einige Generationen später Nachkommen der Erstsiedler die Region weiter nördlich (bis an die mittlere Donau) erkundeten, waren dies keine reinen Anatolier mehr, ihre Gene waren gemischt." Diese Einwanderer kannten viele Handwerke noch nicht, welche sich erst in den nächsten 2000 Jahren entfalteten: "Das Töpferhandwerk entwickelte sich erst ab ca. 6500 v. Chr." Eben diese kulturelle Entfaltung bis hin zur Entwicklung von Städten, mehrgeschossigen Bauten, Metallguss, Goldschmiedekunst wird in einem interessanten Buch von Harald Haarmann dargelegt. Alteuropa erstreckte sich bis in die heutige Ukraine und Deutschland, hatte sein Zentrum aber entlang der ganzen Donau. Da auch Schriftstücke gefunden wurden, sind wir einerseits gezwungen, unsere diesbezügliche Fokussierung auf die minoische und etruskische Kultur in dieser Hinsicht zu relativieren; andererseits müssen wir den Ursprung der späteren griechischen Hochkultur in diesem Bereich sehen. Das plötzliche Verschwinden Alteuropas lag nicht, wie bei den Minoern, an einer Naturkatastrophe (Tsunamis nach dem Ausbruch des Vulkans von Santorin um 1400 bC), sondern im Einbruch großer Massen von Reitervölkern.


Kommentare

  1. Kann mich an ein Statement von Cem Özdemir erinnern, er meint, in Deutschland sollen alle gleich gelten, die schon mit Arminius durch den Wald streiften, und die, deren Eltern erst später dazukamen.
    Mir ist auch drüben in Amerika aufgefallen, dass heute die sehr kultivierten Künstler die "Volks-Künstler" auch Ureinwohner, genau gleich ansehen wie sich selbst. Das sind Kräfte aus der Vergangenheit, aber ich glaube, wenn unsere Gesamtkultur sich in die Zukunft entwickelt, werden sie uns zum Blühen verhelfen. Das alles bereitet sich hier vor.

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  2. Gemeint ist natürlich gerade die ach so technisierte Entwicklung, die Eroberung des Weltalls, vorerst unseres eigenen Sonnensystems. Der Mensch ist kein Roboter, sondern eine vielschichtige Wesenheit...

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